VORSORGE

Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung sollte unabhängig von Beschwerden zwei Mal im Jahr durchgeführt werden. Diese Empfehlung wird von der kassenärztlichen Vereinigung ausgesprochen. Dabei wird besondere Aufmerksamkeit auf die Früherkennung von Brust- oder Gebärmutterhalskrebs gelegt. Der regelmäßige Besuch und die damit verbundene Kontrolle beim Frauenarzt ist hierbei entscheidend, um Veränderungen möglichst frühzeitig festzustellen. Für das Erstellen der richtigen Diagnose ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt und Patientin von großer Bedeutung. Wir bemühen uns, dieses Vertrauen aufzubauen, indem wir uns sehr viel Zeit für ein Gespräch nehmen. Das Einbeziehen der jeweiligen Lebenssituation einer jeden Patientin ist ganz entscheidend für den Erfolg der Therapie. Für die Diagnose können wir zudem auf eine hochmoderne technische Ausstattung zurückgreifen. So liefert unsere Kamera (Kolposkop) für die Untersuchung der Scheidenwand und Gebärmutterhalses Bilder der Zellen in einer bis zu 40-fachen Vergrößerung.  Zellveränderungen werden mithilfe des Kolposkop sehr viel eher erkannt als mit bloßem Auge.

Kolposkop (Kamera zur Beobachtung von Zellveränderungen)

KREBSVORSORGE

Die Vorsorgeuntersuchungen umfassen folgende Leistungen:

:: Transvaginaler Ultraschall
:: Chlamydien
:: HPV Test
:: Immunologischer Stuhltest
:: Mammasonographie
:: NMP22 Blasenkrebstest
:: PAP Abstrich
:: Thin Prep

  • Transvaginaler Ultraschall
    Die transvaginale Ultraschalluntersuchung, auch Vaginalsonographie genannt, ist ein in der Frauenheilkunde häufig eingesetztes Verfahren. Dabei wird das Ultraschallinstrument zur Abklärung unklarer Tastbefunde, Unterleibsschmerzen oder Erkrankungen von Gebärmutter, Eierstöcken oder Eileiter in die Scheide der Patientin eingeführt. Krankhafte Befunde können so mit sehr viel höherer Sicherheit festgestellt werden.
    Untersucht werden:

    :: Gebärmutter:
     · Bestimmung der Lage und Messung der Größe, ggf. Spiralenkontrolle
     · Beurteilung und Messung der Gebärmutterschleimhaut
     · Ausschluss oder Kontrolle von Myomen

    :: Ovarien:
     · Messung der Größe
     · Bestimmung der Eizellenzahl (insbesondere bei Kinderwunsch)
     · Ausschluss von Zysten/Tumoren

    :: Douglas (Raum im Becken hinter Gebärmutter):
    Ausschluss freier Flüssigkeit im Bauch als Zeichen für Verwachsungen, Darmtumoren, Leberkrankheiten, Eierstocktumoren…

    :: Harnblase:
    Ausschluss von Tumoren, Messung der Harnröhrenlänge Beurteilung von Senkungsproblematiken
  • Perinealsonografie
    Bei Inkontinenzproblemen zur Entscheidung über Therapiemöglichkeiten
     
  • Mammasonographie
    :: Die Mammasonographie ist eine Ultraschalluntersuchung der Brust, anhand derer Strukturunterschiede im Gewebe erkannt werden können, die zum Beispiel durch Tumore oder Zysten verursacht werden.
    :: Die Mammasonographie ist neben der Mammographie eine zusätzliche Möglichkeit zur Kontrolle des Brustgewebes und insbesondere sinnvoll bei Frauen mit sehr dichtem Brustdrüsengewebe, großen oder auch sehr kleinen Brüsten. In diesen Fällen ist eine Analyse mittels Mammographie weniger ausreichend. Ebenso können Körperstellen wie Achselhöhlen oder Brustwand anhand einer Mammographie nicht untersucht werden. Hier muss ein zusätzlicher Ultraschall durchgeführt werden. Unklare Tastbefunde, unsichere Mammographie-Ergebnisse oder auch festgestellte Zysten können durch Ultraschalluntersuchung besser beurteilt werden.
    :: Außerdem handelt es sich bei der Mammasonographie um eine schmerz- sowie strahlenfreie Untersuchung, weshalb sie von vielen Frauen bevorzugt wird. Die Mammasonographie wird allerdings nur bei vorher auffälligen Befunden wie tastbaren Knoten oder sonstigen äußerlichen Veränderungen der Brust von der Krankenkasse übernommen.
    :: Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland jede 8. bis 10. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt, ist es dennoch unbedingt zu empfehlen, spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig eine Mammosonographie oder Mammographie durchführen zu lassen.
     
  • PAP-Abstrich
    :: Der Test dient zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Ab dem 20. Lebensjahr hat jede Frau in Deutschland einmal jährlich Anspruch auf diese Untersuchung.
    :: Hierbei werden mit Hilfe eines Abstrichs Zellen von Muttermund und Gebärmutterhals entnommen und anschließend im Labor auf Entzündungen, Infektionen oder auch Krebszellen untersucht.
     
  • Thin Prep (Dünnschichtzytologie)
    Der Thin Prep-Test stellt eine Weiterentwicklung und Verbesserung des PAP-Tests dar.
     
  • Kolposkopie
    Die Kolposkopie ist eine gynäkologische Untersuchung. Dabei betrachtet der Arzt Scheide und Gebärmutterhals mit dem Kolposkop wie mit einer Lupe. Durch die sechs- bis 40-fache Vergrößerung lassen sich unter Beleuchtung Veränderungen erkennen, die mit bloßem Auge schwer zu beurteilen sind. Betupft der Arzt den Gebärmutterhals mit speziellen Lösungen, kann er durch die Anfärbung bestimmter Zellen, Rückschlüsse auf Krebs oder Krebsvorstufen ziehen. Die Kolposkopie ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.
     
  • Chlamydien
    Die zuverlässigste Diagnose erfolgt durch Entnahme eines Abstrichs des Gebärmutterhalses und eventuell der Harnröhre. Diese werden im Labor genau untersucht, um die Chlamydien-Infektion exakt von anderen Sexualkrankheiten zu unterscheiden.
     
  • Immunologischer Stuhltest
    :: Vorsorge mit dem immunologischen Stuhltest - weshalb?
    :: Jährlich erkranken allein in Deutschland über 60.000 Menschen an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs bei Frauen und Männern gesamt betrachtet die am zweithäufigsten auftretende Krebsart. Auslöser sind unumstritten genetische Faktoren aber auch Lebens- und Ernährungsgewohnheiten unserer heutigen Gesellschaften. Darmtumore wachsen dabei sehr langsam und entwickeln sich über Jahre ohne Symptome zu verursachen. Da die Heilungschancen im Allgemeinen sehr gut sind, aber entscheidend davon abhängen, dass der Tumor frühzeitig entdeckt wird, ist der immunologische Stuhltest von größter Wichtigkeit bei der Vorsorge.
    :: Krebsgeschwüre beziehungsweise deren Vorstufe - Polypen genannt - besitzen zahlreiche feine Blutgefäße, die durch kleinste Verletzungen geringe Mengen an Blut verlieren, welches in den Stuhl einsickert. Um dieses versteckte Blut zu erkennen und damit Rückschlüsse auf krankhafte Veränderungen ziehen zu können, benötigt man entsprechende Stuhltests.
    :: Bei der Krebsvorsorge wird zwischen chemischem Stuhltest (Haemoccult) und immunologischem Stuhltest unterschieden. Der chemische Stuhltest wird von jeder Krankenversicherung übernommen, hat aber den großen Nachteil, dass eine spezielle Diät vor Durchführung notwendig ist, da dieser chemische Test nicht zwischen menschlichem und tierischem Blut unterscheiden kann. Somit kann ein fälschlicherweise positives Ergebnis beispielsweise durch eine schlechte Vorverdauung bei der Nahrungsaufnahme von tierischen Speisen entstehen. Ebenso kann bei Frauen die Regelblutung das Testergebnis verfälschen.
    :: Im Gegensatz dazu bietet der immunologische Stuhltest eine wesentlich verbesserte und viel sicherere Methode. Hierbei werden auch Blutungen der oberen Mastdarmabschnitte erfasst, die Nahrung selbst spielt keine Rolle. Allerdings wird dieser Test bisher nicht von der Krankenkasse übernommen
    :: Eine weitere Verbesserung der Testergebnisse lässt sich durch den sogenannten M2-PK 2in1 Quick (Nachweis von Blut und einem Enzym, das nur durch Tumorzellen produziert wird) erzielen. Hierbei werden auch nich blutende Polypen und Tumore erfasst.

Mädchen sollten zw. dem 9. und 14. Lebensjahr geimpft werden.

IMPFUNGEN

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen eine Infektion mit humanen Papillomviren, kurz HPV oder HP-Viren. Die HPV-Impfung senkt das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken beträchtlich. Da die Viren durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, sollte jedes Mädchen ab dem 12. Lebensjahr geimpft werden. Aber auch später wirkt die Impfung noch bei Virustypen, mit denen bislang noch kein Kontakt bestand.
 
Im Schnitt infizieren sich etwa 3 von 4 Frauen und Männern im Laufe ihres Lebens  mit dem Human-Papillom-Virus (HPV). Dieses Virus kann Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses auslösen. Durch die Impfung kann das Risiko einer Erkrankung deutlich gesenkt werden.

HP-Viren werden in der Regel beim Geschlechtsverkehr übertragen. Kondome verringern das Infektionsrisiko, bieten jedoch keinen hundertprozentigen Schutz. Häufig wird die Infektion aber gar nicht wahrgenommen und heilt folgenlos ab, in 40% aller Fälle bleiben die Viren aber im Körper und die Infektion wird chronisch. In diesem Fall kann es zu Zellveränderungen bis hin zu Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses kommen.

Über 40 verschiedene Typen des humanen Papillomvirus sind uns mittlerweile bekannt. Aber im Wesentlichen sind nur vier Typen für die Erkrankungen im Genitalbereich verantwortlich:

•  „Hoch-Risiko”-Typen (humaner Papillomvirus 16 und 18) können Zellveränderungen und im Weiteren Gebärmutterhalskrebs am Gebärmutterhals auslösen.

• „Niedrig-Risiko”-Typen (humaner Papillomvirus 6 und 11) können zu Warzen im Genitalbereich führen und gutartige (keine krebserzeugenden) Veränderungen am Gebärmutterhals verursachen.
 
Bei der regelmäßigen Krebsvorsorge wird nur auf eine bestehende Zellveränderung hin untersucht, ein Check, ob eine Infektion mit HP-Viren vorliegt, ist aber in keinem Fall ein Bestandteil des gesetzlichen Programms. Als Zusatzleistung wir dieser Test jedoch vornehmen.

Die Impfung schützt gegen die Infektion mit den meisten Hoch-Risko und einigen Niedrig-Risiko-HPV-Typen. Sie ist aber nicht gegen alle HPV-Typen wirksam. Die Impfung kann und darf aber die regelmäßigen Früherkennungsmaßnahmen zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs auf keinen Fall ersetzen.

Da die Impfung vor dem ersten Kontakt mit derartigen Viren am umfassensten schützt, sollte jedes Mädchen vor dem 12. Lebensjahr (vor dem ersten Geschlechtsverkehr) geimpft werden. Aber auch später liefert die Impfung Schutz vor den Virustypen, mit denen noch kein Kontakt bestand.

Viele weitere Informationen zu allen Fragen für Mädchen und Teenager finden Sie auf unserer Teenager-Seite.

Das Für und Wider bezüglich Impfungen wird seit längerer Zeit heftig diskutiert. Impfen oder nicht, das bleibt aber eine individuelle Entscheidung. Abhängig vom jeweiligen Sicherheitsbedürfnis eines Menschen und eventuell bestehender gesundheitlicher Probleme (Allergien) kann sowohl die Entscheidung für als gegen eine Impfung richtig sein.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://forum.hpvinfo.de/

UROGYNÄKOLOGIE

Die Urogynäkologie ist die Behandlungsmethode für an Inkontinenz leidende Frauen jeden Alters. Der Urinverlust ist nicht nur ein Thema für reifere Frauen. Eine Bindegewebsschwäche, Geburten, Übergewicht oder auch das Rauchen können dazu beitragen, dass oft schon junge Frauen betroffen sind. Bevor wir Sie behandeln, führen wir die nötigen gynäkologischen Untersuchungen durch. Das kann eine vaginale Ultraschalluntersuchung oder eine Blasendruckmessung sein. Auch eine Erhebung Ihrer Krankengeschichte ist möglich. Nach der gesicherten Diagnose besprechen wir mit Ihnen die therapeutischen Möglichkeiten durch.